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2010, Jahr der Naturkatastrophen

Die Tagesschau im Schweizer Fernsehen erklärt das Jahr 2010 zum Naturkatastrophen-Jahr. Weltweit seien 950 Naturkatastrophen registriert worden, insgesamt hätten fast 300‘000 Menschen ihr Leben verloren. Täglich fast 3 Katastrophen, eine erschütternde Bilanz, mit den Erdbeben in Haiti und Chile an der Spitze.

Überschwemmungen, Stürme oder Unwetter

Die Gründe für Naturkatastrophen sind unterschiedlich und sie haben auch ganz unterschiedliche Auswirkungen. Bei den Erdbeben in Haiti sind mehr Menschen ums Leben gekommen als in Chile, da dort aufgrund der grossen Erdbebengefährdung der Baustandard sehr streng ist. Wetterbedingte Ereignisse wie Stürme, Unwetter oder Überschwemmungen kosteten Zehntausende das Leben und richteten enorme Schäden an. Die bekannteste Überschwemmung traf Pakistan. Der Leiter der Geo-Risikoforschung des Rückversicherers Munich Re weist darauf hin, dass die ansteigenden Wassertemperaturen in allen Ozeanen nicht mehr allein mit natürlichen Klimaschwankungen zu erklären seien. Der Klimawandel dürfte seinen Teil zur Erwärmung der Weltmeere beitragen. (Quelle: Tagesschau, 3. Januar 2011)

Naturkatastrophen haben globale Auswirkungen

Die räumliche Distanz zu Australien, das Anfang 2011 von einer Flutkatastrophe heimgesucht wurde, mag auf den ersten Blick gross erscheinen. Doch der zweite Blick verrät, dass der betroffene Gliedstaat Queensland auch weltweit von grosser Bedeutung ist und das Ereignis darum nicht nur ein Land betrifft. Die grossen internationalen Stahlproduzenten müssten sich in naher Zukunft auf Lieferengpässe und höhere Preise gefasst machen, schreibt die NZZ im Artikel «Überschwemmungen in Australien mit globalen Folgen» (NZZ, 6. Januar 2011). Verschiedene Produzenten von Kokskohle haben mittlerweile einen nicht selbst verschuldeten Notstand erklärt, der ihnen erlaubt, vereinbarte Lieferquoten nicht zu erfüllen, ohne dafür Entschädigung leisten zu müssen. Doch die Überschwemmung hat auch einen Vorteil: Nach jahrelanger Dürre sei der Grundwasserspiegel endlich gestiegen, und die Wasserreservoirs voll. Die nächsten Ernten könnten deshalb besonders gut ausfallen.

Pakistan: Kein Haus und keine Existenzgrundlage

Das Hilfswerk Tearfund hilft Menschen, die von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Hungersnot betroffen sind. Einer davon ist Mir Akber Khan. Er stand nach der Überschwemmung im Sommer 2010 knöcheltief im Wasser vor einem Trümmerhaufen, der einmal sein Haus war. Die Überflutungen haben sein gesamtes Hab und Gut zerstört. Darunter seine Tiere, sein Ladengeschäft, kurz, seine ganze Existenz. Er ist einer von Millionen von Menschen in Pakistan, die nicht wissen, wie es weitergehen soll. Tearfund spricht von über 17 Mio. Menschen (rund 10% der Bevölkerung), die von der grössten Flutkatastrophe in der Geschichte Pakistans betroffen sind. Das sind mehr als beim Tsunami 2004. Pakistan ist längst kein aktuelles Thema mehr in den Medien, obwohl das Wasser nach wie vor da ist. In der Provinz Sindh hausen eine halbe Million Menschen in Notunterkünften. Meist sind das Frauen und Kinder, die unter schlimmen hygienischen Bedingungen leben.

Länder wie Pakistan sind wirtschaftlich wenig interessant. Ein Nachteil, der sich auch in Katastrophenfällen negativ auswirkt! Wer nicht laufend präsent ist, geht vergessen. Hilfe erhalten diese Menschen nur durch andere Menschen, oder einem Hilfswerk wie Tearfund, die sich bewusst für Völker in armen Ländern einsetzen. Dort, wo wirtschaftlich kein Gewinn zu erzielen ist. Bisher hätten 4‘000 Familien Nothilfe in Form von Lebensmitteln wie Reis, Mehl, Bohnen, Zucker Milchpulver, Plastikplanen für Schutzunterkünfte, Hygienekits und einfachen Kochutensilien erhalten. Gemessen an der halben Million Not leidenden Menschen ist das nicht viel, aber es ist ein wichtiges Zeichen!

© Webseiten-Tipps.ch – 6.1.10 (ar)

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