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Gedankenanstoss

Googeln, Chillen, ITIL –  die Gesellschaft verändert sich…

…und damit auch unser Wortschatz. Immer wieder tauchen neue Begriffe auf, ein Zeichen einer sich wandelnden Gesellschaft. Ein Beispiel: Seit ein paar Jahren sucht man nicht mehr in Suchmaschinen, sondern man „googelt“. Teenies ruhen sich nicht mehr aus, sie „chillen“. In den frühen 1920ger Jahren wurde das Wort Droge im Sinne von „Natron“ oder „Kamillentee“ verwendet. Heute ist Droge das übliche Wort für Rauschgift. Das Wort „Smoking“ ist im englischen Sprachraum ausgestorben. In Deutschland wird „Smoking“ zum dem Kleidungsstück gesagt, das im Englischen „Dinner Jacket“ heisst. Worte erhalten einen anderen Namen und manchmal auch eine andere Bedeutung. (Quelle: „Deutsch für Kenner – Wolf Schneider). Wortveränderungen entstehen unter anderem durch den Einfluss von Immigranten und auch durch die Massenmedien.

ARD oder ITIL V3 – nichtssagende Worte mit viel Hintergrund
Der Wortschatz verändert sich nicht nur, er entwickelt auch Abkürzungen – verständlicherweise. Insbesondere die Kommunikation via SMS kreiert täglich neue Abkürzungen. Lg heisst „liebe Grüsse“, „4“ heisst „für“ und „BBB“ heisst „Bis bald Baby“. Auch ausserhalb der SMS kursieren Begriffe, deren Hintergrund niemand genau kennt. Unter ARD verstehen die meisten Menschen das erste Deutsche Fernsehen. ARD heisst richtig „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ – ein Name, den man sich praktisch nicht merken kann und der Zuschauern doch einiges zumutet. Darum gibt es Abkürzungen. Sie vereinfachen den Gebrauch eines komplizierten oder für Laien nicht aussagekräftigen Wortes. Hinter der ARD stecken täglich gut 1.400 Stunden Radio- und rund 240 Stunden TV-Programm. Weltweit ist sie mit dieser Leistung, einem Budget von rund 6,3 Mrd. Euro und rund 23.000 festen Mitarbeiter/innen der grösste nicht-kommerzielle Programmanbieter.(Quelle: ARD.de)

ITIL – Geschäftsabläufe auf IT Basis optimieren
Einweiteres Beispiel für Abkürzungen ist ITIL (z.B. ITIL V3). Dieser Begriff wird in erster Linie von Fachkräften aus der Informatik Branche genutzt. ITIL klingt sehr einfach, dahinter steckt sehr viel praktische Erfahrung. Es bedeutet IT Infrastructure Library und ist eine Sammlung von erprobten und erfolgreichen Methoden, Praktiken oder Anwendungen. Im ITIL werden die für die Firma einer IT-Infrastruktur erforderlichen Prozesse, die Aufbauorganisation und die Werkzeuge erklärt. Ziel für den IT-Betrieb ist der zu erbringende wirtschaftliche Mehrwert für den Kunden. ITIL bedeutet, aus bisherigen Erfahrungen im Bereich IT und Business Bestrebungen zu lernen, und dieses Wissen optimiert umzusetzen. ITIL hilft also, Geschäftsabläufe auf IT Basis zu optimieren und leistet so einen wichtigen Beitrag zum Erfolg eines Unternehmens. Im globalen Markt sind Erfahrungen, Schnelligkeit und der wirtschaftliche Mehrwert äusserst wichtig. (Quelle Wikipedia).

Auf der Suche nach Nachhaltigkeit
Der Wortschatz ist eines von vielen Signalen, einer sich immer schneller verändernden und dadurch oberflächlicher werdenden Gesellschaft. Die Abkürzungen sind logisch, SMS sind mühsam zum Schreiben und niemand in der IT Branche wird dauernd von IT Infrastructure Library sprechen wollen, wenn ihm etwas einfacheres zur Verfügung steht. Schwierig wird es dann, wenn sich der Fast-Sprach-Slang in Beziehungen ausbreitet. Wenn ich nur noch „ild“ statt „Ich liebe dich!“ sage. Oder „Dws“ statt „Du warst spitze!“. Oberflächigkeit als Lebensstil, das wäre der Zeitpunkt, wo die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden und früher oder später zerbröckeln würden.

© Webseiten-Tipps.ch - 3.2.2011



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